„Das war längst überfällig. Mit diesem Beschluss bekommt der Westen Südtirols endlich die Perspektive auf ein eigenes Tierheim“, freut sich Jürgen Wirth Anderlan. Der Südtiroler Landtag hat am vergangenen Mittwoch, dem 14. Oktober, den Beschlussantrag der Liste JWA „Ein Tierheim für Südtirols Westen“ mit 15 Ja-Stimmen, 14 Nein-Stimmen und einer Enthaltung angenommen. Damit ist der Weg frei für ein Tierheim im Burggrafenamt – ein Erfolg für die Tiere und für alle Tierfreunde im Land.
Der Antrag des Kalterer Landtagsabgeordneten beauftragt die Landesregierung, zeitnah einen Standort zu prüfen, insbesondere im Bereich der Tisner Auen bei Lana. Bei positiver Prüfung soll gemeinsam mit den Tierschutzorganisationen und Fachleuten ein konkretes Konzept ausgearbeitet werden. Das Land soll die baulichen Strukturen finanzieren und einem geeigneten gemeinnützigen Verein kostenlos oder vergünstigt zur Verfügung stellen. Auch eine laufende Förderung nach dem Vorbild der bestehenden Tierheime ist vorgesehen.
Landesrat Luis Walcher bestätigte im Landtag, dass die Tisner Auen in der Nähe der Vergärungsanlage des Eco Centers der vorgesehene Standort sind. Gespräche mit der Gemeinde Lana und der Bezirksgemeinschaft Burggrafenamt laufen bereits.
Notwendige Antwort auf eine Versorgungslücke
Der Beschluss war nötig. Das Tierheim Naturns-Ulten, das bislang den Westen Südtirols abdeckte, musste im März 2025 seinen Betrieb einstellen. Als Gründe wurden unter anderem die ungeeignete provisorische Struktur, hohe Betriebskosten und das jahrelange Scheitern der Suche nach einem dauerhaften Standort genannt. Seither fehlte dem westlichen Landesteil eine eigene Tierheimstruktur.
Gleichzeitig ist das Tierheim Sill in Bozen überlastet, besonders durch schwer vermittelbare und als gefährlich eingestufte Hunde. Eine Einrichtung im Westen entlastet Bozen, hilft den Gemeinden bei der Unterbringung herrenloser Tiere und verbessert die Sicherheit im Umgang mit problematischen Hunden.
„Tierschutz ist keine Nebensache. Er ist eine öffentliche Aufgabe, die den gesamten Landesteil betrifft“, betont Jürgen Wirth Anderlan. „Ohne ein Tierheim im Westen bleiben die Tiere und die Menschen, die sich ehrenamtlich um sie kümmern, im Regen stehen. Das war nicht länger hinnehmbar.“
Wichtig für Tiere und Tierfreunde
Für die vielen Tierfreunde, Vereine und freiwilligen Helfer im Burggrafenamt, im Vinschgau und im ganzen Westen des Landes bedeutet der Beschluss eine konkrete Verbesserung. Herrenlose Hunde und Katzen, verletzte Tiere und schwer vermittelbare Vierbeiner brauchen eine feste Anlaufstelle in ihrer Region – nicht nur in Bozen oder Obervintl.
Der Landtagsabgeordnete der Liste JWA hatte das Thema bereits im April in einer aktuellen Fragestunde aufgegriffen und im Mai den Beschlussantrag eingebracht. „Jahrelang wurde gesucht, ohne dass etwas Entscheidendes geschah. Mit unserem Antrag hat der Landtag der Landesregierung nun einen klaren Auftrag erteilt: Standort prüfen, Konzept ausarbeiten, finanzieren und betreiben lassen“, so Wirth Anderlan.
„Dieser Erfolg gehört den Tieren und all jenen, die sich für sie einsetzen. Die Liste JWA hat das Thema in den Landtag gebracht und durchgesetzt. Jetzt muss die Landesregierung liefern“, so der Kalterer abschließend.
