Plötzliches Ja zum Ausländerhaus: Bürgermeister verrät Kalterer

“Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Kalterer!”, urteilt Jürgen Wirth Anderlan über den überraschenden Kuhhandel des Kalterer Bürgermeisters Christoph Pillon. Der Gemeinderat hatte erst vor wenigen Tagen beschlossen, das Vorkaufsrecht für das ehemalige Tertiarkloster auszuüben. Nun will die Gemeinde offenbar doch darauf verzichten, um die Errichtung eines “Hauses der Solidarität” nach Brixner Vorbild zu ermöglichen. Kritiker sprechen von einem weiteren “Gratis-Wohnprojekt für Ausländer”.

Nachdem die Gemeinde Kaltern angekündigt hatte, das ehemalige Tertiarkloster für 2,6 Millionen Euro erwerben zu wollen, sollte es zu keiner Einigung mit dem Vinzenzverein kommen, kommt es nun offenbar zur Kehrtwende. Das Haus der Solidarität – im Volksmund auch “Ausländerhaus” genannt – der Vinzenzgemeinschaft soll realisiert werden.

“Es ist völlig absurd, wie hier vorgegangen wird”, betont Jürgen Wirth Anderlan. “Völlig chaotisch und intransparent werden die Pläne ständig geändert. Und das, obwohl das Volk und große Teile des Gemeinderates klar gegen das Ausländerhaus und für Wohnraum für Einheimische sind.”

Im Gegenzug soll die Gemeinde zwölf Wohnungen erhalten. Diese befinden sich im Haus Elisabeth, einem an das Kloster angrenzenden Zubau. Offiziell sollen dort Wohnungen für Senioren sowie für Frauen in Not geschaffen werden. Doch auch dieses Vorhaben steht offenbar auf wackeligen Beinen. In der vergangenen Gemeinderatssitzung wurde deutlich, dass auch die Zukunft des Hauses Elisabeth ungewiss ist. Derzeit leben dort ebenfalls mehrere ausländische Familien.

“Viele befürchten, dass diese Familien auch künftig dort bleiben”, so der Kalterer Landtagsabgeordnete Wirth Anderlan. “Dann wären sowohl das Kloster als auch das Haus Elisabeth mit ausländischen Bewohnern belegt. Gleichzeitig bleiben bedürftige Kalterer Familien und Sozialprojekte für Einheimische wieder einmal auf der Strecke.”

Der angekündigte Deal muss nun noch offiziell vom Gemeinderat sowie von der Vollversammlung der Südtiroler Vinzenzgemeinschaft genehmigt werden. Wirth Anderlan kündigt scharfen Protest gegen diese Einigung an.