Geplanter Mobilfunkmast in Kaltern: Anwohner fühlen sich schwer getäuscht


Kaltern. Am Montag, den 20. Juli, trafen sich Bewohner der Wohnsiedlung Lavardi, Barleit und Kardatsch mit dem Kalterer Bürgermeister, um über den geplanten Standort eines Mobilfunkmastes in der Örtlichkeit Kardatsch zu sprechen.

 Am Ende stand eine Enttäuschung und die Frage nach den Profiteuren.

Aufgrund der unmittelbaren Nähe des geplanten Mastes zu ihrer Wohnsiedlung brachten die Anwohner ihre Bedenken zum Ausdruck und regten die Einberufung eines INFO-Abends an. Im Rahmen dieser Veranstaltung sollten unabhängige Experten die Bevölkerung über die Strahlenbelastung und die Auswirkungen von Mobilfunkanlagen informieren.

„Eine gute Mobilfunkversorgung ist selbstverständlich wichtig. Gleichzeitig stellt sich jedoch die Frage, weshalb ausgerechnet dieses Gebiet als Zone mit unzureichendem Empfang ausgewiesen wurde, obwohl die Bewohner nach eigenen Angaben bereits heute über einen ausgezeichneten Netzempfang verfügen“, erklärt der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan.

Die Anwohner ersuchten den Bürgermeister zudem, einen alternativen Standort zu prüfen – möglichst in größerer Entfernung zur Wohnsiedlung, zum nahegelegenen Spielplatz und zum Wanderweg. Das Gespräch sei von allen Beteiligten als konstruktiv und freundlich bezeichnet worden.

Bereits einen Tag später, am Dienstag, 21. Juli, begannen jedoch die Bauarbeiten. Besonders brisant sei laut Wirth Anderlan, selbst der Bürgermeister zeigte sich überrascht über diese Hauruckaktion, obwohl die Gemeinde bereits am 15. Juli von der Betreiberfirma INWIT Spa per PEC-Mitteilung über den geplanten Baubeginn am 20. Juli informiert worden sei.

„Die Bürger erwarten Transparenz, Ehrlichkeit und einen offenen Dialog. Wenn Entscheidungen de facto bereits gefallen sind und dennoch der Eindruck von Verhandlungsbereitschaft vermittelt wird, ist das aus meiner Sicht ein politisches Totalversagen“, so Wirth Anderlan.

Der Landtagsabgeordnete sieht darin einen weiteren Beleg für einen aus seiner Sicht problematischen Umgang mit sensiblen Themen. Er verweist auf die Diskussionen rund um die Speicherbecken sowie auf das Vorgehen beim Vorkaufsrecht des Klosters der Tertiarschwestern in Mitterdorf.

Doch wer sind hier eigentlich die Profiteure?

Einmal ist es die Betreiberfirma INWIT Spa selbst, die für die Umsetzung staatliche Fördergelder einstreicht, welche bis Ende des Jahres 2026 auslaufen. Mit dem Vorwand der Primärinfrastruktur wurden hier sogar sämtlich bürokratische Wege in der Gemeinde umgangen.
Weiters der Grundstückbesitzer der G.P. 3365 in der Örtlichkeit Kardatsch, schließlich kassiert er sofort einen 5-stelligen Betrag und in Folge jährlich einen 4-stelligen Betrag, selbstverständlich steuerfrei.

Die Verlierer hier sind die Anrainer der betroffenen Gebiete, welche um Aufklärung, Informationen und einen alternativen Standort gebeten hatten und nun vor vollendete Tatsachen gestellt werden.