Nachdem wir in den letzten Tagen sehr häufig gefragt wurden, ob wir die Remigrationsdemonstration in Bozen unterstützen, möchten wir uns dazu klar äußern.
Wir werden am Samstag nicht an der Remigrationsdemo teilnehmen. Aus zwei Gründen. Erstens, weil zeitgleich die Beerdigung unseres Freiheitskämpfers Siegfried Steger stattfindet, dem wir selbstverständlich die letzte Ehre erweisen werden.
Zweitens, weil wir konsequent für Remigration eintreten, jedoch keine Italiener sind, die unter der Trikolore für ein italienisches Italien demonstrieren. Auch weil wir unsere Geschichte kennen. Wir sind deutsche und ladinische Südtiroler.
Remigration ist ein europäisches Thema. Das Thema des Jahrhunderts. Deshalb befürworten wir jede Initiative für Remigration. Das gilt auch für die Initiative zur Remigration, welche von der Gruppe „Remigrazione e Riconquista“ eingereicht wurde und welche sich größtenteils mit unseren Positionen deckt.
Wir werden uns jedoch nicht an einem Protest beteiligen, der von Personen veranstaltet wird, deren geistige Väter Südtirol italienisieren wollten. Eine neutrale Veranstaltung – organisiert von Deutschen, Ladinern und Italienern, welche in Südtirol leben – hätten wir hingegen sehr wohl unterstützt.
1910 lebten in Südtirol fast ausschließlich Deutsche und Ladiner. Wären unsere Freiheitskämpfer – wie Siegfried Steger – nicht in den Sechzigern aufgestanden, wären wir heute eine mehrheitlich italienische Provinz. Das dürfen wir nicht vergessen.
Die aktuelle Massenmigration aus Afrika, Asien und dem arabischen Raum entspringt demselben Grundproblem wie die Massenansiedlung von Süditalienern im Rahmen der faschistischen und postfaschistischen Politik. Wir entscheiden nicht darüber, wer in unser Land kommt, wie lange er bleibt und wer wieder gehen muss.
So lange wir nicht souverän sind, sind wir weiter machtlos dem Willen Roms ausgeliefert. Deshalb müssen die Migrations- und Remigrationskompetenzen endlich an Südtirol übergehen. Und zwar indem wir uns endlich von diesem Staat lösen.
Denn wenn jemand in Südtirol Remigration und Reconquista fordern kann und sollte, dann wir einheimischen deutschen und ladinischen Südtiroler, deren Vorfahren hier seit über tausend Jahren leben.
