Obwohl lediglich fünf (!) Äpfel getestet wurden und dabei kein einziger gesetzlicher Grenzwert überschritten wurde, hat die Umweltorganisation Pesticide Action Europe (PAN) eine alarmistische Presseaussendung verbreitet. Diese wurde in der Folge von Medien weitgehend unkritisch übernommen. Für den Obstbauern und Landtagsabgeordneten Jürgen Wirth Anderlan ist das ein Skandal.
Unter dem Titel „Umweltschützer sehen Mehrfachbelastung durch Pestizide in Äpfeln aus Südtirol“ veröffentlichte RAI Südtirol am 29.01.2026 einen entsprechenden Artikel. Darin heißt es, die „Umweltschutzorganisation Pesticide Action Europe, kurz PAN, habe auf Südtiroler Bauernmärkten erhebliche Rückstände von Pestiziden in Apfelproben festgestellt“.
Was in der Überschrift jedoch unerwähnt bleibt: Untersucht wurden lediglich fünf Äpfel – eine Stichprobe, die für eine wissenschaftliche Bewertung völlig unzureichend ist.
Weiter wird berichtet: „Insgesamt wurden 13 unterschiedliche Substanzen nachgewiesen, darunter neun Fungizide und vier Insektizide.“ Ebenfalls nicht erwähnt wird dabei ein entscheidender Fakt: Kein einziger gesetzlicher Grenzwert wurde überschritten.
Darauf weist auch Jürgen Wirth Anderlan hin: „Das ist unseriös. Unsere Äpfel gehören zu den am strengsten kontrollierten Lebensmitteln Europas. Eine derart dichte Kontrolle der Qualitäts- und Gesundheitsstandards findet man weltweit kaum.“
Kritik und Vorsicht beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seien grundsätzlich legitim, so Wirth Anderlan weiter. Diese müsse jedoch sachlich, ausgewogen und faktenbasiert erfolgen. Genau diese Einseitigkeit dürfte auch von zahlreichen Bauern kritisiert worden sein. Denn bereits einen Tag später sah sich RAI Südtirol offenbar veranlasst, einen ergänzenden Artikel zu veröffentlichen.
Unter dem Titel „Pestizidgegner räumen ein: Rückstände auf Äpfeln haben keinen Grenzwert überschritten“ heißt es darin: „Einer der Äpfel war völlig frei von Rückständen, die beanstandeten sind also genau vier.“ Und weiter: „Das ist nur eine Momentaufnahme, eine kleine Stichprobe, die nicht repräsentativ ist. (…) Jeder einzelne Wirkstoff, den wir gefunden haben, hat den Grenzwert nicht überschritten, das ist richtig.“
Bemerkenswert ist dabei: Während sich der erste, unkritische Artikel weiterhin auf Facebook teilen lässt, wurde diese Funktion beim relativierenden Folgeartikel offenbar deaktiviert.
Abschließend hält Jürgen Wirth Anderlan fest: „Solche Hetzkampagnen schaden allen – den Bauern ebenso wie den Konsumenten, die dadurch unnötig verängstigt werden. Was wir brauchen, ist eine sachliche, faktenbasierte Diskussion und keine ideologisch motivierte Panikmache auf dem Rücken unserer heimischen bäuerlichen Familienbetriebe.“
