Das umstrittene Mercosur-Abkommen wurde vorerst verzögert. Vom Tisch ist es damit jedoch noch nicht. Doch nicht nur dieses Abkommen bereitet Sorgen: Auch andere geplante Freihandelsabkommen, wie jenes zwischen der EU und Indien, müssen endlich gestoppt werden. Wirth Anderlan: Unsere Bauern dürfen nicht zu Tode globalisiert werden.
Das Europäische Parlament hat mit äußerst knapper Mehrheit beschlossen, das Mercosur-Handelsabkommen juristisch prüfen zu lassen. Durch die Anrufung des Europäischen Gerichtshofs dürfte sich die Umsetzung um mehrere Monate verzögern. Ein oberflächlicher Erfolg, der jedoch keinen langfristigen Sieg darstellt.
Denn nicht nur das Mercosur-Abkommen könnte künftig dennoch umgesetzt werden, auch weitere Freihandelsabkommen stehen bereits in den Startlöchern – so etwa das geplante EU-Indien-Abkommen.
„Dieses Abkommen gefährdet erneut unsere Bauern“, betont der JWA-Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan. „Obwohl das Abkommen schon bald unterzeichnet werden soll, ist weiterhin unklar, wie die Regelungen für die Landwirtschaft konkret aussehen.“
Indien verfüge über deutlich niedrigere Hygiene-, Sozial- und Produktionsstandards. Auch der Naturschutz spiele dort faktisch keine Rolle. „Zollsenkungen bedeuten auch hier, unseren Markt für einen Staat zu öffnen, der nach völlig anderen Spielregeln agiert“, erklärt der Kalterer Bauer.
Das sei weder gerecht noch sozial. Während Großbetriebe von offenen Märkten profitieren könnten, gerieten Klein- und Mittelbetriebe zunehmend unter die Räder der Globalisierung. „Das ist ein Angriff, gerade auf das kleinstrukturierte Südtiroler Bauerntum.“
Gerade in Zeiten globaler Konflikte mit den USA und Russland sei der Handel mit anderen Nationen zwar wichtig – jedoch nur nach klaren Spielregeln, transparent und sozial ausgewogen. „Internationaler Handel darf nicht auf Kosten der heimisch verwurzelten Wirtschaft gehen. Diese gehört geschützt – auch mit Zöllen und Quoten“, so Wirth Anderlan abschließend.
