Der geplante Bau eines Sendemasts am Fuße des Paterpichls stößt in Kaltern auf breite Ablehnung. Mitten in der Gemeinde will ein Mobilfunkbetreiber einen 28 Meter (!) hohen Umsetzer errichten. „Wir wollen nicht, dass Kaltern verstrahlt und verschandelt wird“, wehrt sich der Kalterer Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan gemeinsam mit den Gemeinderäten des Bündnis Kaltern.
Diese Nachricht bietet ausreichend Sprengstoff. Um Versorgungslücken im Gemeindegebiet zu schließen, will ein Mobilfunkbetreiber in Kaltern einen Sendemast errichten. Ein kleines Gebäude, das dem Unternehmen gehört, soll dafür genutzt werden. Doch dieses steht direkt neben der Grundschule. Dort, wo auch der Maibaum oder der Weihnachtsbaum aufgestellt wird. Der Funkmast könnte diesen nun bald – auch in Hinblick auf seine Größe – den Rang ablaufen.
Für Jürgen Wirth Anderlan ein unzumutbarer Eingriff in das historische Ortsbild Kalterns. „Nicht nur, dass man das Volk – wieder einmal – nicht eingebunden hat, man verschandelt und verstrahlt damit unser Dorf.“
Zerstörter Ortskern und Strahlenbelastung
Das Erscheinungsbild der Gemeinde würde damit dauerhaft geschädigt – für Einheimische und Urlauber. Auch gesundheitlich sei dieses Projekt unzumutbar. „Die Strahlungsbelastung trifft nicht nur Anwohner, sondern insbesondere auch die Kinder der direkt angrenzenden Schule. Das ist verantwortungslos und nicht hinnehmbar.“
In Zusammenarbeit mit dem Bündnis Kaltern kündigt Wirth Anderlan eine Petition gegen den Bau des Masts an. „Das Volk muss entscheiden. Wir wollen eine bindende Volksabstimmung, keine aufgezwungenen Bauprojekte. Auch alternative Standorte sind schnellstmöglich zu prüfen.“
Kaltern müsse, so der Kalterer Abgeordnete, hier ein klares Zeichen setzen. Nicht nur aus Eigeninteresse. „Wenn es erst einmal Schule macht, dass man Dörfern – einfach so – solche Kolosse ins Dorfzentrum stellen kann, war es das mit den historischen Ortskernen. Das werden wir nicht akzeptieren.“
