Pressekonferenz der Liste JWA: Landeshauptmann Kompatscher vor Gericht

Heute hielt die Liste JWA eine Pressekonferenz zum anstehenden Gerichtstermin von Landeshauptmann Kompatscher ab. Bereits vor einem Jahr hatte Anwalt Mauro Sandri gemeinsam mit Jürgen Wirth Anderlan eine Anzeige gegen Kompatscher angekündigt. Am 22. September muss sich der Landeshauptmann nun vor dem Landesgericht Bozen verantworten. Die Vorwürfe: Urkundenfälschung, schwerer Betrug und die Verbreitung falscher Nachrichten, die die öffentliche Ordnung gefährden.

Um 10 Uhr begann die Pressekonferenz im Repräsentationssaal des Südtiroler Landtags. Neben dem Landtagsabgeordnetem Jürgen Wirth Anderlan war auch der Anwalt Mauro Sandri anwesend.

Wirth Anderlan berichtete, dass zunächst versucht wurde, die Anzeige zu archivieren. „Ein Richter hat dem Antrag jedoch nicht stattgegeben. Landeshauptmann Kompatscher muss sich nun vor Gericht verteidigen.“

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Kritik an den Corona-Tests, die als Grundlage für die Maßnahmen in Südtirol dienten. Experten hatten frühzeitig gewarnt, dass die Tests ungeeignet seien.

  • Prof. Dr. Dieter Kissling (Institut für Arbeitsmedizin, Baden/Schweiz) bezeichnete Massentests als teuer und weitgehend sinnlos.
  • Dr. Maria Rosaria Capobianchi (Leiterin des Virologie-Labors am Nationalen Institut für Infektionskrankheiten) kritisierte die hohe Rate falsch positiver Ergebnisse.
  • Dr. Osamah Hamouda (Robert-Koch-Institut, Berlin) betonte, dass ein positiver PCR-Befund weder eine neue Erkrankung noch eine Ansteckungsgefahr garantiert.

Trotz dieser Warnungen hielt die Landesregierung an der Devise „Testen, testen, testen“ fest. Interne Zweifel und Kritik wurden ignoriert. Am 10. Februar 2021 äußerte der damalige Primar der Notfallmedizin, Mark Kaufmann, Bedenken: Trotz stabiler Lage stieg die Inzidenz durch das hohe Testaufkommen – war die Strategie überhaupt richtig?

Am 15. Oktober 2021 wurde die 3G-Pflicht eingeführt. Wirth Anderlan kritisierte: „Wir testeten wie die Verrückten, obwohl Experten früh die Unzuverlässigkeit der Tests feststellten. Kompatscher handelte bewusst gegen die Empfehlungen – das belegen die Protokolle der Expertenkommission.“

Für den Kalterer Abgeordneten waren dies die Gründe für die besonders langen und harten Lockdowns in Südtirol. Im Vergleich zum Trentino war Südtirol 2,5 Monate länger betroffen – ein Schritt, der letztlich zur Impfpflicht führte.

Rechtsanwalt Sandri präsentierte ergänzend detaillierte Analysen, die belegen, dass Massenscreenings und Diagnoseverfahren schlichtweg ungeeignet waren.

Abschließend betonte Wirth Anderlan: „Dieser Prozess ist ein weiterer Schritt zur Aufklärung der Corona-Maßnahmen in Südtirol. Dieser Kampf wird ein langer Kampf. Doch das Volk hat ein Recht auf die Wahrheit.“