Südtirols größter Schlachthof steht seit dem 1. Juli still. Wartungsarbeiten wurden verschleppt, die Leitung ist unbesetzt, und eine Lösung von Land und Gemeinde lässt weiter auf sich warten. Doch bereits im Dezember 2024 hatte der Landtagsabgeordnete Jürgen Wirth Anderlan (JWA) im Landtag angefragt, wer den Schlachthof ab Juli übernehmen werde.
Jährlich werden im Schlachthof Bozen rund 15.000 Tiere geschlachtet – etwa die Hälfte aller Schlachtungen in Südtirol.Der Schlachthof befindet sich jedoch bereits seit Langem in einem desolaten Zustand: Das Gebäude verfällt, und die Führungskosten sind zu hoch. Notwendige Sanierungs- und Modernisierungsarbeiten wurden viel zu lange hinausgezögert. Nun stehen Südtirols Metzger vor stillstehenden Förderbändern – es drohen massive Engpässe bei regionalem Fleisch. Auch andere Schlachthöfe sind überlastet oder zu klein, teils fehlt es an Personal.
Erst jetzt reagiert die Landesregierung und will den Schlachthof neu errichten. Das sei jedoch viel zu spät, betont Jürgen Wirth Anderlan: „Der Schlachthof hätte bereits vor vielen Jahren grundlegend modernisiert oder neu gebaut werden müssen. Der Kleintierzuchtverband weist seit Jahrzehnten darauf hin.“ Auch seine Warnung im Winter 2024 sei mit Floskeln abgetan worden – es habe geheißen, es gebe „keine konkreten Überlegungen“ und „keine konkreten Entscheidungen“.
Wohin das führe, zeige sich jetzt. „Wie soll noch ausreichend regionales Fleisch mit Südtiroler Qualitätssiegel produziert werden?“, fragt Wirth Anderlan. „Die dafür notwendigen Tiere müssen nicht nur in Südtirol aufwachsen, sondern auch hier geschlachtet werden. Nun stellt sich allerdings die Frage: Wo?“
